29.04 - 11:12

Die Auswirkungen von Übergewicht auf die Gehirngesundheit und die kognitiven Funktionen


 

Der Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness und Gehirnfunktion wird Wissenschaftlern immer deutlicher. Studien zeigen, dass Übergewicht nicht nur Aussehen und Stoffwechsel, sondern auch kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnis und Konzentration beeinträchtigen kann.

Das FTO-Gen, das mit einer Veranlagung zu Gewichtszunahme in Verbindung gebracht wird, hat besondere Aufmerksamkeit von Spezialisten auf sich gezogen. Untersuchungen legen nahe, dass das Vorhandensein einer bestimmten Variante dieses Gens die Gehirnstruktur und -aktivität, insbesondere im höheren Alter, beeinflussen kann.

Wissenschaftler der University of California untersuchten mehrere Jahre lang das Gehirn älterer Erwachsener. Sie nutzten die Magnetresonanztomographie (MRT), die es ihnen ermöglicht, die Aktivität verschiedener Hirnregionen zu beurteilen, und führten zudem genetische Analysen der Teilnehmer durch.

Die Ergebnisse zeigten, dass Träger dieses Gens eine verringerte Aktivität in den Frontallappen aufweisen, die für Entscheidungsfindung und Verhaltenskontrolle zuständig sind. Auch ein Rückgang der Aktivität im Okzipitallappen, der mit der Verarbeitung visueller Informationen verbunden ist, wurde beobachtet. Dies kann die Fähigkeit beeinträchtigen, die Umwelt zu analysieren und wahrzunehmen.

Interessanterweise ist der genetische Einfluss selbst dann nachweisbar, wenn eine Person nicht stark übergewichtig ist. Dies deutet darauf hin, dass bestimmte Prozesse genetisch bedingt sein und sich unabhängig von äußeren Faktoren manifestieren können.

Forscher betonen jedoch, dass der Lebensstil eine wichtige Rolle spielt. Regelmäßige körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung können die mit einer genetischen Veranlagung verbundenen Risiken verringern. Ein aktiver Lebensstil trägt nicht nur zur Erhaltung der körperlichen, sondern auch der Gehirnfunktion bei.

Laut Paul Thompson können körperliche Bewegung und eine moderate Ernährung eine schützende Wirkung auf das Gehirn haben und die Wahrscheinlichkeit, an schweren Erkrankungen wie Alzheimer zu erkranken, verringern.

Trotz medizinischer Fortschritte gibt es derzeit keine Möglichkeit, den altersbedingten kognitiven Abbau vollständig aufzuhalten. Daher bleibt Prävention, einschließlich eines aktiven Lebensstils und der Berücksichtigung der eigenen Gesundheit, einer der wirksamsten Ansätze zur Erhaltung der geistigen Leistungsfähigkeit.

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