12.04 - 11:12

Der Einfluss von Hormonen auf Liebe und Bindung


 

Moderne Wissenschaftler erforschen weiterhin, wie Liebe die menschliche Physiologie beeinflusst, und machen dabei überraschende Entdeckungen. Studien zeigen, dass die ersten Phasen des Verliebens das Gehirn beeinflussen und die Ausschüttung von Dopamin auslösen – einem Botenstoff, der auch durch Genuss beim Essen, Sex oder einem gemeinsamen Hobby aktiviert wird. Bildgebende Verfahren des Gehirns zeigen, dass das Betrachten von Fotos des geliebten Menschen die für Motivation und Belohnung zuständigen Hirnareale aktiviert.

Die nächste Phase der Liebe ist mit der Ausschüttung der Hormone Oxytocin und Vasopressin verbunden. Oxytocin fördert emotionale Nähe und Vertrauen und zeigt sich in Umarmungen, Küssen, langen Blicken und sexueller Intimität. Bei Müttern stärkt dasselbe Hormon die Bindung zu ihrem Kind. Vasopressin wiederum spielt eine Schlüsselrolle bei der Bildung starker emotionaler Bindungen bei Männern.

Traditionell ging man davon aus, dass sich leidenschaftliche Liebe schließlich in eine ruhige, freundschaftliche Beziehung verwandelt. Neuere Studien zeigen jedoch, dass manche Paare über Jahrzehnte eine starke emotionale Bindung aufrechterhalten können. Hirnscans von Paaren, die seit über 20 Jahren verliebt sind, zeigten Aktivität in denselben Hirnregionen wie bei Paaren, die sich erst kürzlich verliebt hatten – ohne Angstzustände oder zwanghafte Gedanken.

Diese Art von langjähriger Leidenschaft findet sich bei etwa 30 % der Ehepaare. Bei diesen Menschen stimulieren Oxytocin und Vasopressin Hirnareale, die für innere Ruhe und sogar Schmerzlinderung verantwortlich sind, wodurch ihre emotionale Bindung stabil und harmonisch wird.

Wissenschaftler betonen, dass hormonelle Reaktionen, die die Liebe stärken, durch gemeinsame, interessante und angenehme Aktivitäten angeregt werden können. Gemeinsame Theaterbesuche, das Erlernen neuer Fähigkeiten oder Spaziergänge an der frischen Luft tragen zur Dopaminproduktion bei und vertiefen die emotionale Intimität.

Darüber hinaus berichten glückliche Paare von einer besseren allgemeinen Gesundheit: Ihr Immunsystem ist stärker und ihre Lebenserwartung oft höher als der Durchschnitt. Forscher gehen davon aus, dass aktive Zuwendung zum Partner und das Teilen positiver Erlebnisse zur harmonischen Entwicklung von Beziehungen und zum Erhalt des emotionalen und körperlichen Wohlbefindens beitragen.

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